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Begriffe zum Thema Armbrust

Die Armbrust

Eines vorweg:

Obwohl fast überall von Armbrustbolzen die Rede ist, stimmt das so nicht ganz.

Armbrustbolzen sind massive Wurfgeschosse, meist ohne oder mit starrem "Gefieder". Bolzen benutzt man meist für historische Armbrüste,
sowie Pistolenarmbrüste oder in Schützenvereinen bei der Matcharmbrust.
Armbrustpfeile sind Hohlkörper und unterscheiden sich von Bogenpfeilen nur in bezug auf die Schaftlänge, Wandstärke und natürlich die Art der Nocken.

 

Eine Armbrust war in früheren Zeiten,

eine meist tödliche Waffe die mehr Kraft und Geschoßenergie entwickeln konnte als die meißten damals verfügbaren Bögen.

Sie war je nach Bauart sogar in der Lage eine Rüstung aus Metall zu durchschlagen.

Was heutzutage eine typische Schußwaffe ist, das war in früheren Zeiten die Armbrust.

Es wurden sogar teilweiße riesige Exemplare gebaut die mehr an ein Katpult erinnern würden als an eine Armbrust.

 

Moderne Armbrust-Modelle,

arbeiten mit bis zu 250 lbs (und teilweiße noch mehr) an Zugkraft, ziehen und zerren also mit bis zu 100 kg an einem Pfeil der in der Regel

gerade mal zwischen 30 und 50 Gramm wiegt.

Aus der Physik wissen wir, das Energie = Masse mal Geschwindigkeit ist. Also je schneller ein Pfeil bei gleichem Gewicht fliegt umso mehr Energie hat er im Flug gespeichert. Diese Energie gibt er stets zu einem geringen Teil an die Luft ab die er durchfliegt und zum allergrößten Teil an das Ziel das er trifft.

Die Erfahrung zeigt, dass bereits eine 175 lbs Recurve Armbrust eine Alupfeil so weit in massives Holz treibt, dass er mit bloßer Hand nicht mehr heraus gezogen werden kann. Die Pfeilspitze dringt dabei je nach Holzart zwischen ein paar Millimetern und mehreren Zentimetern tief ein.

Was mit einem menschlichen Knochen dabei passieren würde kann man sich vorstellen. Die entstehenden Wunden wären verherend.

(Siehe Dissertation / Ausarbeitung Pfeilwunden)

Das man eine Armbrust mit Vorsicht einsetzen soll, erschließt sich somit einem Menschen mit Verstand von selbst.

Ebenso soll man natürlich niemals auch nicht zum Scherz die Armbrust auf Menschen richten.

 

Im Gegensatz zum Bogen bei dem die Kraft die den Pfeil beschleunigt aus dem Oberkörper kommt und gehalten werden muss bis der Pfeil losfliegt, hat die Armbrust den Vorteil, dass die Energie nach dem Spannen im Bogen (also im Wurfarm) bis zum Abschuss gespeichert ist.

Vom Prinzip her unterscheidet man zwei Arten von Armbrüsten:

1. die Recurve Armbrust (recurve = englisches Wort für umgebogen)
2. die Compound Armbrust (compound = englisches Wort für Verbund / Zusammensetzung / Mischung)

Die Recurve-Armbrust ist das ältere Prinzip und bei allen historischen und auch bei einigen neuen Armbrüsten zu finden. Eine Recurve ist einfach in der Handhabung, Reinigung, Reparatur und beim wechseln der Sehne und ist zudem meist recht robust.

Der Bogen (Wurfarm) der Armbrust hat eine geschwungene, gebogene Form und wird beim Spannen der Armbrust mehr oder weniger überdehnt. Er will jetzt in seine ursprüngliche Form zurück. Sobald der Abzug (kleiner Hebel auf dem der Finger beim Abschuss liegt) betätigt wird, gibt der Bogen die Energie an den Pfeil ab und schnellt in seine ursprüngliche Form zurück. Die Kraft des Bogens wird sofort und fast linear auf den Pfeil übertragen. Dieser kann aufgrund seiner Trägheit jedoch nur verzögert beschleunigen und biegt sich anfänglich durch und neigt zum Flattern (Vibrieren). Der Schuss verliert an Genauigkeit.

Auch wenn dies negativ klingen mag, ist eine Recurve-Armbrust meißt eine Garantie für großen Spaß für wenig Geld. Sie sind leise und benötigen sehr wenig Wartung.

Die Compound-Armbrust ist eine moderne Variante der Armbrust, sie ist in der Regel kompakter als eine Recurve und kann oft bei gleicher Zugkraft mehr Leistung erzielen. Sie besitzt ovale Umlenkrollen auf denen die Sehne geführt wird. Das hat zur Folge dass der Pfeil nicht sofort maximal beschleunigt wird, sondern erst nach einer gewissen Zeit das Maximum an Beschleunigungs-Kraft erfährt. Das verbessert die Stabilität des Pfeils beim Abschuss und vereinfacht das Spannen der Sehne am Anfang des Spannvorganges, weil zu diesem Zeitpunkt noch nicht die volle Kraft zum Spannen erbracht werden muss.